Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer muss Jürgen Klopp für die deutsche Fußballnationalmannschaft eine neue Nummer eins finden. Der neue Bundestrainer wird am Donnerstag seinen ersten Kader für vier Nations-League-Spiele gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien bekanntgeben.
Die Nachfolge von Rekordtorhüter Neuer, der nach dem frühen WM-Aus 2026 seinen Abschied gab, ist völlig offen. Eine ganze Reihe von Keepern hofft auf die Berufung. Zu den erfahrensten Kandidaten zählt Oliver Baumann. Der 36-jährige Hoffenheim-Keeper hat 13 Länderspiele bestritten und war im Austausch mit dem neuen Trainer. „Ja, ich war mit ihm in Kontakt“, sagte Baumann. „Er wird am Donnerstag alles weitere sagen. Den Rest sehen wir dann, das ist seine Sache.“
Ter Stegen und Nübel im Blick
Marc-André ter Stegen, zwei Jahre jünger als Baumann, steht ebenfalls im Fokus. Derzeit ist der langjährige Barcelona-Profi an Ajax ausgeliehen. „Was ter Stegen betrifft, gehe ich davon aus, dass er auf jeden Fall im Gespräch sein wird“, sagte Lothar Matthäus. „Wenn er in Amsterdam weiterhin gut performt, ist er ein Kandidat für die Nummer eins.“ Ter Stegen hatte in der Vergangenheit mit mehreren ernsthaften Verletzungen und einem Rechtsstreit mit seinem Stammverein zu kämpfen.
Alexander Nübel, bei der WM 2026 noch dritter Torwart hinter Neuer, wechselte im Sommer zu Besiktas und bringt mit 29 Jahren eine gute Mischung aus Erfahrung und Perspektive mit. Auch der Name Loris Karius fällt. Der 33-Jährige, der unter Klopp bei Liverpool zeitweise Stammkeeper war und seit Januar 2025 bei Schalke spielt, wäre eine Überraschungslösung.
Die jüngere Generation
Die Zukunft gehört jedoch einer jüngeren Garde. Jonas Urbig (23) ist Bayerns Ersatztorwart und ein Hoffnungsträger. Noah Atubolu (24) von Eintracht Frankfurt, der von 2022 bis 2025 U21-Nummer eins war und im Oktober 2025 einmal im A-Kader stand, hat nigerianische Wurzeln. Mio Backhaus (22) von Freiburg, dessen Mutter aus Japan stammt, durchlief die deutschen Jugendnationalmannschaften bis zur U21.
Weitere Talente wie Finn Dahmen (28, Augsburg), Dennis Seimen (20, Stuttgart) und Diant Ramaj (24, kürzlich von Heidenheim zu Kopenhagen gewechselt) komplettieren das Feld. Sie alle haben auch Optionen für andere Nationalmannschaften.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer positiven aktuellen Bilanz. Die Mannschaft steht in der WM-Qualifikation mit sechs Punkten aus drei Spielen an der Tabellenspitze und hat in den letzten fünf Pflichtspielen drei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage eingefahren. Das letzte Spiel endete am 29. Juni mit einem 1:1 gegen Paraguay. Die nächste Aufgabe ist das Nations-League-Auswärtsspiel in den Niederlanden am 24. September. Den aktuellen Kader und den kompletten Spielplan der Nationalmannschaft finden Sie auf unserer Seite. Die Torhüter-Entscheidung ist Klopps erste große Personal-Weichenstellung für die kommende Turnierphase.
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